Geht man im Mittelgang nach vorn, wird es weit und licht: Der zunehmende Abstand der Rundpfeiler lässt mehr Licht der großen Fenster ins Mittelschiff. An hellen Tagen, an denen die Sonne durch die Südfenster bunte Muster auf Boden, Pfeiler und Menschen malt, ist es ein sichtbar »festlicher Gang«, wenn sich die Gemeinde im sonnendurchfluteten Altarraum zum Abendmahl versammelt.

Mit den Fenstern hat man sich in vielen Kirchen große Mühe gegeben. Denn Licht ist Gottes-Symbol. Weil die Morgensonne als Sinnbild der Auferstehung Christi durch das Ostfenster scheint, finden sich hier oft entsprechende Motive.

In St. Nikolai ist die Auferstehung Thema des Altarbildes. Im Fenster darüber befindet sich im Rosettenfeld das »Lamm Gottes« mit Triumph-Fahne und Evangelium. Das Lamm ist ein zentrales Symbol des Christentums. Es ist das Sinnbild für die Hingabe Jesus, für sein unschuldiges Leiden, seinen Tod und seine sieghafte Auferstehung.

Die Fenster sind sonst schlicht gehalten mit ihren verschieden farbigen, bleigefassten Gläsern. Nur in den Bögen befinden sich Blatt- und Blumenmotive. Sie stammen in ihrer heutigen Größe aus dem Jahre 1569. Gewände, Maßwerk und die Verglasung wurden 1893/94 erneuert.